Nach den vier Leitzinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Jahr 2024 folgten im Jahr 2025 zwei weitere Lockerungen im März und Juni, wodurch der Leitzins auf 0.0 % (1) sank – ein Niveau, das seit September 2022 nicht mehr erreicht wurde. Wie bereits im Vorjahr ist dieser Rückgang der Zinssätze vor dem Hintergrund einer nachlassenden Inflation zu sehen. Diese bewegt sich seit März zwischen 0.0 % und 0.2 % (2). Diese expansive Geldpolitik ist Teil einer globalen Entwicklung: Auch die wichtigsten Zentralbanken weltweit haben im Laufe des Jahres ihre Zinsen gesenkt. Angesichts der nach wie vor moderaten Inflation liegen diese jedoch noch weit von einem Leitzins von null entfernt.
Das Jahr 2025 war geprägt von einer erhöhten Marktvolatilität. Diese war auf die im April von der US-Regierung angekündigten Zölle zurückzuführen. Insbesondere die Schweiz wurde ins Visier genommen: Zunächst wurden zusätzliche Zölle in Höhe von 39 % eingeführt, die wenige Wochen später auf 15 % gesenkt wurden (3). Diese wiederholten Kurswechsel wirkten sich insbesondere auf die langfristigen Zinssätze aus. Diese sind für die Immobilienfinanzierung entscheidend.
Im Einklang mit den Leitzinssenkungen der letzten achtzehn Monate hat sich der Markt für Hypothekenzinsen im Jahr 2025 weiter entspannt. Dies belegen die Werte des SARON-Zinssatzes, der im Dezember bei -0.04 % (4) lag. Trotz eines leichten Anstiegs der Bankmargen profitierten die Hypothekarzinsen von dieser Entspannung: Im September betrugen sie beispielsweise 1.83 % (5) für ein Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit. Diese sukzessiven Senkungen stützten den Immobilienmarkt und wirkten dabei als Katalysator. Die Preise stiegen somit weiter an, während sich die Renditen beim Kauf in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld verringerten. Dieses Umfeld war insbesondere durch die Rückkehr von Pensionskassen und Versicherungen auf den Markt für Direktimmobilien geprägt.
Die Fundamentaldaten der Schweizer Wirtschaft sind nach wie vor erfreulich. Seit Dezember 2024 hat das Land die 9-Millionen-Einwohner-Marke überschritten. Die Statistiken für 2025 weisen ein Bevölkerungswachstum von 73’000 neuen Einwohnern (+0.8 %) aus. Dies entspricht einem Migrationssaldo, der zwar leicht unter dem von 2024 (+1.0 %) liegt, aber weiterhin robust ist (6). Obwohl die Arbeitslosenquote im Dezember bei 3.0 % (7) lag, verzeichnete das BIP der Schweiz im Jahr 2025 ein Wachstum von 1.2 %, was in etwa dem des Vorjahres (1.4 %) entspricht. Die Experten des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) rechnen in den Jahren 2026 und 2027 mit einem Wachstum von 1.4 % (8).
Die Wohnungsangebotsquote erreichte im Dezember 2025 mit 3.4 % ihren tiefsten Stand seit über zehn Jahren, wobei sie im Vorjahr noch bei 3.7 % lag5. Gleichzeitig lag die Leerstandsquote auf nationaler Ebene bei der letzten Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) im Juni 2025 bei 1.0 % (9). Zu diesem Zeitpunkt standen landesweit nur 49’000 Wohnungen leer, was einem Rückgang von 5 % gegenüber 2024 (52’000) entspricht. Dieser erneute Rückgang ist Teil eines allgemeinen Trends, der sich seit 2021 abzeichnet und durch einen jährlichen Rückgang der Wohnungsangebote um etwa 9 % gekennzeichnet ist. Zudem wurden mit weniger als 44’000 neuen Wohnungen so wenige wie seit fünf Jahren nicht mehr auf den Markt gebracht. Vor dem Hintergrund dieser Verknappung stiegen die Wohnmieten im Jahr 2025 um durchschnittlich 2.4 % (10).
Auch der Immobilienmarkt in der Romandie, der im Mittelpunkt der Anlagestrategie der Anlagegruppe RIRS steht, folgt diesem Trend. So ist die Zahl der Baugesuche im Wohnimmobilienbereich im Kanton Genf im Jahr 2025 von 4’839 auf 4’224 zurückgegangen. Dieser Abwärtstrend wird durch Daten des SECO bestätigt. Demnach werden die Bauinvestitionen in der Schweiz im dritten Quartal 2025 auf CHF 14.25 (11) Milliarden geschätzt. Das ist der niedrigste Stand seit zehn Jahren. Dieser Rückgang der Bautätigkeit ist vor allem auf die Komplexität und die langwierigen Verfahren bei der Beantragung von Baubewilligungen sowie auf den wiederkehrenden Widerstand gegen eingereichte Projekte zurückzuführen. Infolgedessen ist die Leerstandsquote im Kanton Genf weiter auf 0.34 % zurückgegangen – ein Zeichen für einen äusserst angespannten Mietwohnungsmarkt. Im Kanton Waadt stieg die Zahl der Baubewilligungen für neue Wohnungen im zweiten Jahr in Folge an: Es wurden 5’356 neue Wohnungen genehmigt. Die Auswirkungen dieser Genehmigungen sind jedoch nicht sofort spürbar, sodass die Leerstandsquote weiter zurückging und im Jahr 2025 bei 0.89 % lag – der niedrigste Stand seit 2017.
Trotz einer leichten Konjunkturabkühlung in der Schweiz, die im Vergleich zu den Nachbarländern kaum ins Gewicht fällt, und eines Rückgangs des BIP-Wachstums im Jahr 2025 sind die Grundlagen des Wohnimmobilienmarktes in der Westschweiz weiterhin sehr solide. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer sich weiter verschärfenden Wohnungsknappheit, die einen Anstieg der Mieten begünstigt. Die Prognosen zur Zinsentwicklung sind besonders erfreulich. Sie dürften 2026 eine kostengünstige Immobilienfinanzierung ermöglichen – insbesondere für diejenigen Eigentümer, die 2025 Gelegenheiten zu attraktiven Preisen genutzt haben.
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(1) Geldpolitische Lagebeurteilung vom 19. Juni 2025, Schweizerische Nationalbank, abgerufen am 25. Februar 2026.
(2) Konsumentenpreise, Bundesamt für Statistik, abgerufen am 25. Februar 2026.
(3) Les droits de douane […] sont abaissés à 15%, Le Temps, consulté le 25 février 2026.
Geldmarktsätze, Schweizerische Nationalbank, abgerufen am 5. März 2026.
(5) Schweizer Immobilienmarkt, Wüest Partner, abgerufen am 23. Februar 2026
(6) Lagebericht, wuestdimensions.com, Wüest Partner (Website nur für Abonnenten zugänglich), abgerufen am 5. März 2026.
(7) Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Dezember 2025, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, abgerufen am 5. März 2026.
(8) Konjunkturprognosen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, abgerufen am 23. Februar 2026.
(9) Leerstehende Wohnungen nach Kanton, Bundesamt für Statistik, abgerufen am 23. Februar 2026.
(10) Mietpreisindex, Bundesamt für Statistik, abgerufen am 5. März.
(11) Bruttoinlandprodukt, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, abgerufen am 23. Februar 2026.